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Stilanalyse Philip-Lorca diCorcia

Farben

Stilanalyse Philip-Lorca diCorcia

Eine Analyse der cineastischen und lichtstarken Fotografien von Philip-Lorca diCorcia und der Versuch den Stil in Optionen für die Streetphotography zu übersetzen.

Für die Analyse starte ich im Feld „Picture“ und bewege mich zuerst nach rechts in „Story/Emotion“ und „Presentation“. Dort fülle ich das was die Wahrnehmung der Bilder ausmacht. Dann bewege ich mich nach links und erfasse zunächst was über das Vorgehen von diCorcia bekannt ist. In einem weiteren Schritt ergänze ich die Felder um persönliche Interpretationen und Ideen zu Stil und Umsetzung.

WAS DICORCIA AUSMACHT:
Einzelne menschen, wie von einem Bühnenscheinwerfer aus einer dunkleren Umgebung herausgehoben. Kühl, sauber, kinohaft, mit dem Gefühl "ist das echt? oder gestellt?"

DiCorcias Aufnahmen sind, zumindest in großen Teilen, akribisch inszeniert. Dennoch sind einige Serien auch an öffentlichen Plätzen mit nicht eingeweihten Passanten entstanden.

zugängliche Optionen für eine Adaption in der Streetphotography
Playground
Hochfrequenz-Orte1
Rolltreppen
U-Bahn-Ausgang
Zebrastreifen
Schatten + Licht2
Option: Farbkontraste3
Trigger-Punkt definieren4
Protagonisten5
anonyme Metropole6
Activities
Zone-Fokus nutzen
Fishing in LightSpots7
Unauffällig bleiben8
Lichtsetzung9
Belichtungseinstellungen10
Konzept Konzept Konzept11
Ressourcen
Teleobjektiv12
Stativ13
Blitz (off-Camera)
Spotmessung an14
Pictures
© Philip-Lorca diCorcia15
© Philip-Lorca diCorcia16
© Philip-Lorca diCorcia17
staged18
Hollywood-Flair19
Mensch = König20
Serie21
Streetwork22 a storybook life23
Story / Emotion
ist das echt?24
Innenleben25
Identität / Würde26
Presentation
Color-Grading27
Serien28
Faktentitel29
Customer
Kunst-Publikum30
Der zweite Blick...31
Werbung/Kino32

Kommentare

  1. 1 Hochfrequenz-Orte — Berühmte Fotos von diCorcia sind am Times Square oder ähnlichen hoch frequentierten Orten entstanden an welchen sich die Bewegung der Passanten gut vorhersagen lässt
  2. 2 Schatten + Licht — dunkleres Umgebungslicht + LightSpots damit Licht das Motiv heraushebt. Sonnenschneisen zwischen Häusern. Starkes Licht aus Schaufenstern oder Werbetafeln. Innenräume mit Licht aus Fenstern, Türen oder Strahlern.
  3. 3 Option: Farbkontraste — (Idee für Stiladaption in tägliche Streetphotography) Eine andere Option Protagonisten hervorzuheben wären bewährte Farbkontraste. Etwa ein gelbes Kleid in grau gekleideter Menschen-Masse.
  4. 4 Trigger-Punkt definieren — unscheinbare Markierung als "Bühnenmitte", auf die Fokus und Licht ausgerichtet ist.
  5. 5 Protagonisten — einzeln oder interagierend. diCorcia zeigt auf "spannende" Personen die bereits selbst zu Interpretationen führen. Gepaar mit einem Umfeld das den Protagonisten um eine weitere Interpretationsebene ergänzt, manchmal im Kontrast steht.
  6. 6 anonyme Metropole — eher austauschbare unpersönliche Orte. Keine Sehenswürdigkeiten oder persönlichen Umgebungen.
  7. 7 Fishing in LightSpots — Position bleibt fix; Der Fotograf wartet.
  8. 8 Unauffällig bleiben — eher Distanz halten. Bewusst kein Kontakt. Der Protagonist bleibt ungestört.
  9. 9 Lichtsetzung — Licht zu wählen (oder zu setzen) ist die eigentliche Aufwand. diCorcio hat in einer Serie sogar einen entfesselten Blitz aufgehängt.
  10. 10 Belichtungseinstellungen — gerade bei stärkeren Kontrasten muss die Belichtung der Kamera gut gewählt werden. Testaufnahmen können sich lohnen. Belichtung auf die Highlights.
  11. 11 Konzept Konzept Konzept — diCorcia hat Szenen akribisch ausgearbeitet und aufgebaut. Ein kontrollierter Rahmen, in dem Zufall stattfinden darf.
  12. 12 Teleobjektiv — lange Brennweite komprimiert und erlaubt Distanz; isoliert das Subjekt
  13. 13 Stativ — fixer Ausschnitt; wiederholbare Bühne
  14. 14 Spotmessung an — und auf die Highlights fokussieren. Manche Kameras (von der Ricoh GR weiß ich es) bieten auch eine highlight-fokussierte Belichtungsmessung an. Oder - Komplett manuell.
  15. 15 © Philip-Lorca diCorcia Quelle: https://a.1stdibscdn.com/philip-lorca-dicorcia-1951-american-photography-paris-for-sale/a_93/1681164415407/43352_master.jpg
  16. 16 © Philip-Lorca diCorcia — © Philip-Lorca diCorcia Quelle: https://americansuburbx.com/wp-content/uploads/2011/09/PL_W_Nov2004.jpg
  17. 17 © Philip-Lorca diCorcia Quelle: https://tse3.mm.bing.net/th/id/OIP.arU5vyp17_51m87MY9ivUAHaE3?pid=Api
  18. 18 staged — diCorcia steht genau auf der Grenze zwischen Dokumentarfotografie und inszeniertem Kino. Seine Bilder sehen aus wie zufällig erwischte Alltagsmomente, sind aber fast immer durchkomponiert, vorab geplant und vor allem künstlich beleuchtet. Er nennt das „documentary photography mixed with the fictional world of cinema and advertising". Die Spannung zwischen echt und gestellt ist sein eigentliches Thema die er, je nah Serie, mal stärker in dem Zufall überlässt ("Streetwork") und dann wieder komplett inszeniert ("a Storybook life").
  19. 19 Hollywood-Flair — Theatralische, fast barocke Lichtführung über banalen Alltagsszenen. Kühle Eleganz, „Hollywood-Glanz", psychologische Tiefe, Einsamkeit. Er stellt bewusst den „entscheidenden Moment" (Cartier-Bresson) infrage: Bei ihm ist der Moment nicht erwischt, sondern hergestellt.
  20. 20 Mensch = König — Die Menschen sind der wesentliche Akzent. Sie werden durch Licht herausgehoben.
  21. 21 Serie — Wiederholt mit gleichem Aufbau, gleicher Typologie, viele Subjekte.
  22. 22 Streetwork Quelle: https://www.schirn.de/schirnmag/an-den-grenzen-der-street-photography/
  23. 23 a storybook life Quelle: https://www.schirn.de/schirnmag/a-storybook-life/
  24. 24 ist das echt? — Identität, Isolation, das menschliche Dasein. Er thematisiert die „Vermarktung der Realität". Wann ist ein Mensch echt, wann Inszenierung, wann Ware? Das künstliche Licht zwingt den Betrachter, im scheinbar Beiläufigen genauer hinzusehen: Psychologie und Emotion im Alltäglichen.
  25. 25 Innenleben — ...im unbeobachteten Moment. Das Licht hebt Menschen hervor. Macht sie verletzlich.
  26. 26 Identität / Würde — die Identität der Menschen spielt bei diCorcio immer wieder eine Rolle. Alleine durch das Hervorheben Einzelner. Aber auch durch seine Serien wie Heads und Hustlers in denen Menschen und Personen als Ware und Bild dargestetllt sind.
  27. 27 Color-Grading — gesättigt, kontrastreich, cineastisch, konsistent über die Serie, clean (wenig Korn); evtl. leicht "teal" in den Schatten.
  28. 28 Serien — ob als Fotobücher oder Galerie-Hängung
  29. 29 Faktentitel — diCorcia fügt bestimmten Serien bewusst Informationen als Teil des Werks hinzu. Diese Informationen geben dem Bild Kontext und eine Deutungsrichtung. (Hustler)
  30. 30 Kunst-Publikum — diCorcia geht in den Kunstdiskurs. Nicht zu den Street-Puristen die Inszenierung ablehnen.
  31. 31 Der zweite Blick... — wird belohnt. Die Inszenierung ist oft er beim zweiten oder dritten Hinsehen zu erkennen. Nein - zu vermuten.
  32. 32 Werbung/Kino — erkennen Betrachter Hollywood-Codes (Werbe- & Kino-Silistik) in dokumentarischen Motiven, dann macht das eine Spannung aus die zum Rätseln einlädt. Genau das ist gewollt.

Playground

  • Hochfrequenz-Orte Berühmte Fotos von diCorcia sind am Times Square oder ähnlichen hoch frequentierten Orten entstanden an welchen sich die Bewegung der Passanten gut vorhersagen lässt
  • Rolltreppen
  • U-Bahn-Ausgang
  • Zebrastreifen
  • Schatten + Licht dunkleres Umgebungslicht + LightSpots damit Licht das Motiv heraushebt. Sonnenschneisen zwischen Häusern. Starkes Licht aus Schaufenstern oder Werbetafeln. Innenräume mit Licht aus Fenstern, Türen oder Strahlern.
  • Option: Farbkontraste (Idee für Stiladaption in tägliche Streetphotography) Eine andere Option Protagonisten hervorzuheben wären bewährte Farbkontraste. Etwa ein gelbes Kleid in grau gekleideter Menschen-Masse.
  • Trigger-Punkt definieren unscheinbare Markierung als "Bühnenmitte", auf die Fokus und Licht ausgerichtet ist.
  • Protagonisten einzeln oder interagierend. diCorcia zeigt auf "spannende" Personen die bereits selbst zu Interpretationen führen. Gepaar mit einem Umfeld das den Protagonisten um eine weitere Interpretationsebene ergänzt, manchmal im Kontrast steht.
  • anonyme Metropole eher austauschbare unpersönliche Orte. Keine Sehenswürdigkeiten oder persönlichen Umgebungen.

Activities

  • Zone-Fokus nutzen
  • Fishing in LightSpots Position bleibt fix; Der Fotograf wartet.
  • Unauffällig bleiben eher Distanz halten. Bewusst kein Kontakt. Der Protagonist bleibt ungestört.
  • Lichtsetzung Licht zu wählen (oder zu setzen) ist die eigentliche Aufwand. diCorcio hat in einer Serie sogar einen entfesselten Blitz aufgehängt.
  • Belichtungseinstellungen gerade bei stärkeren Kontrasten muss die Belichtung der Kamera gut gewählt werden. Testaufnahmen können sich lohnen. Belichtung auf die Highlights.
  • Konzept Konzept Konzept diCorcia hat Szenen akribisch ausgearbeitet und aufgebaut. Ein kontrollierter Rahmen, in dem Zufall stattfinden darf.

Ressourcen

  • Teleobjektiv lange Brennweite komprimiert und erlaubt Distanz; isoliert das Subjekt
  • Stativ fixer Ausschnitt; wiederholbare Bühne
  • Blitz (off-Camera)
  • Spotmessung an und auf die Highlights fokussieren. Manche Kameras (von der Ricoh GR weiß ich es) bieten auch eine highlight-fokussierte Belichtungsmessung an. Oder - Komplett manuell.

Pictures

Story / Emotion

  • ist das echt? Identität, Isolation, das menschliche Dasein. Er thematisiert die „Vermarktung der Realität". Wann ist ein Mensch echt, wann Inszenierung, wann Ware? Das künstliche Licht zwingt den Betrachter, im scheinbar Beiläufigen genauer hinzusehen: Psychologie und Emotion im Alltäglichen.
  • Innenleben ...im unbeobachteten Moment. Das Licht hebt Menschen hervor. Macht sie verletzlich.
  • Identität / Würde die Identität der Menschen spielt bei diCorcio immer wieder eine Rolle. Alleine durch das Hervorheben Einzelner. Aber auch durch seine Serien wie Heads und Hustlers in denen Menschen und Personen als Ware und Bild dargestetllt sind.

Presentation

  • Color-Grading gesättigt, kontrastreich, cineastisch, konsistent über die Serie, clean (wenig Korn); evtl. leicht "teal" in den Schatten.
  • Serien ob als Fotobücher oder Galerie-Hängung
  • Faktentitel diCorcia fügt bestimmten Serien bewusst Informationen als Teil des Werks hinzu. Diese Informationen geben dem Bild Kontext und eine Deutungsrichtung. (Hustler)

Customer

  • Kunst-Publikum diCorcia geht in den Kunstdiskurs. Nicht zu den Street-Puristen die Inszenierung ablehnen.
  • Der zweite Blick... wird belohnt. Die Inszenierung ist oft er beim zweiten oder dritten Hinsehen zu erkennen. Nein - zu vermuten.
  • Werbung/Kino erkennen Betrachter Hollywood-Codes (Werbe- & Kino-Silistik) in dokumentarischen Motiven, dann macht das eine Spannung aus die zum Rätseln einlädt. Genau das ist gewollt.